Die Kunst des Loslassens

Annehmen im Hier und Jetzt

Wir schleppen Tag ein Tag aus so viel Ballast mit uns rum und können ihn nicht loslassen, wir wollen ihn nicht loslassen, wir dürfen ihn nicht loslassen.

Dabei müssten wir einfach nur im Hier und Jetzt ankommen und das ganze Denken und Tun hinter uns lassen. Einfach nur Sein, einfach nur wir selbst sein. Denn das selbst ist einfach nur da. Das Selbst ist pure Freude. Das Selbst ist pure Liebe.

Viele Menschen, mich eingeschlossen, sind mit ihren Gedanken selten im Hier und Jetzt, sondern irgendwo, bzw. irgendwann. In der Vergangenheit, wo sie sich denken „hätte, wäre, würde …“ oder in der Zukunft, „wenn ich doch bloß …“ „Ich möchte so gern …“. Anstatt im Hier und Jetzt die Dinge anzunehmen wie sie sind, halten wir oft Dinge aus der Vergangenheit oder unsere Wünsche für die Zukunft fest. Doch das hindert uns daran weiterzukommen und unsere Ziele für die Zukunft auch wirklich zu erreichen. 

In diesem Beitrag geht es um die vielen Aspekte des Loslassens und was wir tun können, um durch Annehmen dessen was ist, das Hier und Jetzt so zu gestalten, dass wir ein erfülltes Leben führen.

Erkenne die Ursache der gegenwärtigen Auswirkung und entkräftige sie durch liebevolles Loslassen. Gleichzeitig bekräftige und bejahe das Neue.

Was können wir denn überhaupt alles loslassen?

Da gibt es das …

Loslassen von gesammelten Schätzen, Loslassen von Menschen, Loslassen von Glaubenssätzen, Loslassen von Erwartungen, Loslassen von falschen Hoffnungen, Loslassen von, ja von allem eben, was uns von unserem wahren Weg abhält. Aber was ist denn der wahre Weg? Was will ich im Leben überhaupt erreichen? Wer ist überhaupt dieses Ich das etwas erreichen will?

Wer will hier was erreichen? Und wo will ich überhaupt hin?

Bevor ich jetzt in philosophisches Gelaber über das ich, die Persönlichkeit und das Selbst verfalle (das mache ich für einen anderen Beitrag schon) will ich hier einfach nur eines klar stellen:

Im Grund muss ich gar nichts! Alles ist gut so wie es ist und das Selbst muss auch keinen Persönlichkeitsentwicklungsscheiß mitmachen. Es hat gar keine Persönlichkeit, das hat nur das Ich. Es ist unser Ego, das sich ständig beweisen will, besser und erfolgreicher sein will, dazu lernen will, Geld verdienen will.

Also bevor ich irgendetwas erreichen will, sollte mir klar werden, dass ich schon längst da sein könnte wo ich hinwill und im Prinzip schon längst dort bin, wo ich hinwill.

Nämlich im Hier und Jetzt. Das ist der einzige Moment, der zählt. Denn wenn ich im Hier und Jetzt glücklich und zufrieden bin, wenn ich mich so annehmen kann wie ich bin, habe ich mein Ziel im Prinzip schon erreicht. Und noch mehr ich bin in meiner Mitte, in meiner Kraft und kann aus dieser heraus entschlossen und zuversichtlich handeln.

Wenn ich hier und jetzt zufrieden und im Einklang mit mir selbst bin, ja wo soll es denn dann noch hingehen? Alles was dann folgt ist die Kür und die vielen Ziele, die wir uns gesetzt haben, dienen nur dem einen Zweck: SPASS HABEN IM LEBEN! Das ist der Grund warum wir lernen, warum wir wachsen, warum wir dies und jenes tun, weil es Spaß macht. Deswegen sind wir hier in der materie llen Existenz, um Spaß am Leben zu haben.

Und wenn ich keinen Spaß haben, ja dann habe ich mein Lebensziel verfehlt.

Wir dürfen also endlich loslassen von dem Zwang uns verbessern zu müssen, von den Erwartungen mehr zu leisten, noch mehr zu lernen, noch mehr zu geben, und den ganzen Kram. Denn der Weg ist das Ziel und da wir uns schon immer auf dem Weg befinden, sind wir schon längst am Ziel angelangt. Wir brauchen nicht mehr zu suchen, wir sind schon da!

Also gut Loslassen

Aber wie genau geht das jetzt? Schließlich haben wir ja unser gesamtes Leben lang eingeredet bekommen wir müssen dies tun und jenes, und dorthin gehen und dieses lernen und erfolgreich sein. Und wir haben natürlich auf der körperlichen Bewusstseinsebene Schmerzen erfahren, weil wir noch nicht wussten was unsere wahre Natur ist.

Wir haben Menschen verloren, die wir lieben, wir haben Erfahrungen gemacht, die wir nicht machen wollten, Menschen haben uns Dinge gesagt oder sogar angetan, die wir nicht wollten, wir haben Ziele gefasst und Projekte begonnen und nicht abgeschlossen und dafür haben wir allerlei Krimskrams angesammelt, der jetzt da rumliegt und nicht mehr genutzt wird. Vielleicht haben wir Angst es fertig zu bringen, weil wir damit tatsächlich Erfolg haben könnten und dann werden wir von solch merkwürdigen Überzeugungen blockiert, dass man hart arbeiten muss für Erfolg, dass man sich den Erfolg verdienen muss. Wir wollen aber gar nicht hart arbeiten, wir wollen Spaß haben. Und Geld wächst ja schließlich nicht auf den Bäumen, nicht? Und reich sein dürfen wir nicht, reich sein stinkt, Reiche sind Verbrecher und nehmen den Armen das Geld ab. Oder nicht?

Was sind deine Überzeugungen? Und wie halten sie dich davon ab, was du eigentlich gerne tun möchtest? In meinem Blogbeitrag „Von was bist du überzeugt? – Wie deine Glaubenssätze deine Realität bestimmen“ kannst du dir einen Eindruck verschaffen, was für Überzeugungen wir so haben können und wie wir uns davon befreien.

Ich selbst habe auch an vielen Dingen festgehalten.

Doch dann kam ein Schicksalsschlag in meinem Leben, der mich radikal gelehrt hat nicht mehr festzuhalten, egal woran. Es gab bei uns einen Hausbrand und wir haben über Nacht unsere Wohnung und all unser Hab und Gut verloren. Ich wurde regelrecht dazu gezwungen loszulassen und das Leben in seiner ganzen Fülle anzunehmen, so wie es kommt. Wir haben daraufhin soviel Solidarität erfahren und haben bewusst von unserem alten Leben und den Erwartungen, die wir uns gestellt haben Abschied genommen. Das wichtigste, was wir behalten haben, waren wir selbst, unsere Kinder, unsere Hoffnung und die Gewissheit, dass wir von einer geistigen Hand geführt werden und uns niemals zu sorgen brauchen. 

Es gab noch weitere radikale Loslass-Erlebnisse in meinem Leben, aber dieses ist natürlich ungemein stark und kraftvoll und es ist eine große Herausforderung, an der viele vielleicht scheitern. Doch ich kann euch versichern, es ist immer nur so schlimm wie wir es uns selbst machen. Wenn ich mich als Opfer der Umstände sehe, dann wird es immer schwierig und mit viel Angst, Zweifel und Frust verbunden sein. Wenn ich aber die Haltung des Schöpfers einnehme, der in jeder Situation, in jedem Moment durch seine bewusste, gedankliche und emotionale Ausrichtung neue Entscheidungen trifft, dann bleibe ich in meiner Kraft und wachse einer positiven Zukunft entgegen. Es ist alles nur eine Frage der Perspektive und ob ich bereit für einen Paradigmenwechsel bin. Vom Opfer zum Schöpfer in nur einem einzigen Augenblick.

 

Einfach Loslassen Einfach Annehmen! So wie wir Einatmen … Und Ausatmen … Kommen … Und Gehen …​

Einfach Loslassen.
Wenn wir lernen den Schmerz anzunehmen, ihn anzuschauen, dann können wir ihn auch loslassen.

Mehr brauch es eigentlich nicht.

All die Dinge, die uns belasten, die Menschen, die wir verloren haben, die Chancen, die wir verpasst haben, der Schmerz, den wir empfunden haben …

All das hat sich doch bereits ausgewirkt?! Im hier und jetzt, wenn ich mich so annehme wie ich bin, wenn ich die anderen so annehmen wie sie sind und auch alle vergangenen Ereignisse so annehme wie sie sind, dann finde ich Frieden im hier und jetzt.

Spür mal in dich hinein? Ist da noch der Schmerz? Ist da noch Trauer? Ist da Unzulänglichkeit, Verlust, Schuld, Scham?

Was da auch ist, es darf sein. Es hat seine Berechtigung auch hier zu sein. Wir wollen nichts verdrängen, denn wenn wir dagegen angehen, dann geben wir noch mehr Energie und Kraft hinein. Lass es einfach zu, bewerte es nicht, nimm es an, wie es ist. Und so wie es ist, ist es gut.

Und dann spüre den inneren Frieden, der sich wärmend in dir ausbreitet.

Die Stille….

Und wenn du jetzt wieder in deinen Alltag kommst und den ganzen Ballast siehst ...

… na klar der ist immer noch da. Aber er braucht dich nicht mehr zu erdrücken. Es ist wie es ist. Und wenn du jetzt bereit bist die Dinge anzusehen, wenn du bereit bist den Schmerz anzusehen, der dich belastet, dann gelingt es dir vielleicht ihn zu lösen. Ihn abzulegen, wie einen Mantel, der dir nicht mehr passt.

Es muss nicht alles auf einmal geschehen. Nimm dir Zeit und übe dich im Annehmen.

Das mag sich vielleicht so anhören, als hätte ich alle meine Baustellen schon bereinigt, aber das ist bei weitem nicht der Fall! Ich habe noch viel zu lösen. Aber ich freue mich so sehr darauf, dass ich es nicht mehr als Belastung ansehe, sondern als Chance daran zu wachsen, neue Dinge zu lernen, Neues über mich selbst zu erfahren und eine große Bereicherung zu erfahren.

Nimm das Leben nicht so ernst, sehe die Freude in all dem was dir widerfährt und sehe in allem Schmerz, in all dem Leid auch die guten Seiten.

Das wünsche ich dir von Herzen!

Erkenne die Ursache der gegenwärtigen Auswirkung und entkräftige sie durch liebevolles Loslassen. Gleichzeitig bekräftige und bejahe das Neue.

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